Grünes Geschäftsmodell etabliert

Nachhaltigkeit ist für Baustoffproduzenten das A und O im Rohstoffabbau

Hannover (ABZ). – Weniger CO2-Emissionen erzeugen sowie einen grünen Fußabdruck hinterlassen, und das entlang der gesamten Wertschöpfungskette: Die GP Günter Papenburg Unternehmensgruppe mit Sitz in Hannover richtet ihre Strategie und Innovationen nach eigenen Angaben konsequent danach aus – Nachhaltigkeit gehört zum Geschäftsmodell des Familienunternehmens.
GP Papenburg Bagger und Lader
"Hoch auf dem gelben Wagen": Olaf Kieserling (Leiter der Zeppelin-Niederlassung Osnabrück, v.l.), Mario Brüggemann (Zeppelin-Serviceleiter), Ralf Weber (Zeppelin-Servicetechniker), Roland Walpuski (Leitung GP Papenburg Rohstoffe Nord-West), Jens Kleinert (Geschäftsführer der GP Papenburg Maschinentechnik), Oliver Worch (Zeppelin-Vertriebsdirektor Nord) und Matthias Degenhardt (Vorarbeiter bei der GP Papenburg Firmengruppe). Foto: Zeppelin

Die Weichen dafür werden für alle 60 Gesellschaften gestellt. Sie gelten somit für die Produktion von Rohstoffen wie Sand, Kies, Splitt und Schotter sowie deren Weiterverarbeitung zu Baustoffen wie Betonwaren, Beton und Asphalt, den Hoch-, Ingenieur-, Spezialtief- und Verkehrswegebau, die Logistik sowie das Recycling und die Verwertung, aber auch die Entsorgung. Großgeräte wie ein neuer Cat-Kettenbagger 395 unterstützen die Firmengruppe mit rund 4000 Mitarbeitenden auf ihrem Weg in eine nachhaltige Zukunft.

Das Modell 395 ist aktuell das größte "Schlachtschiff" im Maschinenpark, der aus 600 Baumaschinen – darunter 40 Cat Großgeräten – besteht. Das neue Schwergewicht ging kürzlich am Piesberg in Osnabrück in den Einsatz. Es soll für eine produktive Rohstoffgewinnung sorgen, aber gleichzeitig weniger Diesel verbrauchen. Denn Energieverbrauch und CO2-Emissionen zu reduzieren und im gleichen Atemzug die Betriebskosten zu senken, sind die treibende Kraft hinter jedem Maschineneinsatz. "Wir schauen uns immer an, was sich in der Praxis bewährt hat, setzen auf moderne Abgastechnik oder schlagen wiederum neue Wege im Hinblick auf alternative Antriebstechnik ein. Das betrifft hybride Fahrzeuge im Fuhrpark oder elektrisch betriebene Kleingeräte. Aktuell testen wir elektrisch betriebene Verdichtertechnik", erklärt Jens Kleinert, Geschäftsführer der GP Papenburg Maschinentechnik. Zusammen mit einem Team von 45 Mitarbeitenden kümmert sich der Bereich um die Gerätetechnik im Firmenverbund. Hierzu zählen die gesamten Baumaschinen der GP-Gruppe, aber auch Technik für den Hoch- und Ingenieurbau, der ebenso erfolgreich betrieben wird. Die rund 800 Lkw, die bundesweit im Einsatz sind, werden von einem Schwesterunternehmen im Verbund betreut, mit dem eng zusammengearbeitet wird.

Sinnvoll investiert

So mag eine Neuinvestition in Technik sinnvoll sein, um den Energieverbrauch, sprich die Kilowattstunde pro Tonne, zu senken. Oder es werden Investitionen in Wind- und Solarparks getätigt, welche die Firmengruppe betreiben wird, um den Energiebedarf an erneuerbarem Strom zu decken. Unter dem Fokus, die gesamte Kreislaufwirtschaft auszuschöpfen, laufen wiederum Investitionen wie etwa Anfang März, als sich die Firma an der Friedrich Gruppe beteiligte. Sie ist als Dienstleister für Stahlwerke tätig und übernimmt die Aufbereitung von Schlacke zu Sekundärrohstoffen, damit daraus später etwa Baustoffe wie Schotter und Splitte werden können. Ersatzbaustoffe werden im Zuge der Ressourcenschonung in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Das ist ein Antriebsmotor, um dort weiter Fuß zu fassen. Ein anderer betrifft die Stahlproduktion. Seit 2021 ist die GP Günter Papenburg AG an der Salzgitter AG beteiligt und hat seit 2022 den Aktienanteil von 10 auf fast 30 % erhöht. Noch ist die Stahlproduktion ein CO2-intensives Geschäft, doch der Konzern will ab 2026 den CO2-Ausstoß um 30 % senken und dann stufenweise weiter reduzieren, sodass bis 2045 dann 95 % der CO2-Emissionen vermieden werden. "Hätte der grüne Stahl kein Potenzial, wäre die Familie Papenburg kaum eingestiegen", betont Kleinert.

Ein anderes Mal ist es nachhaltiger, in den Werterhalt zu investieren. Aktuell wird darum ein Cat-Radlader des Typs 988K die nächsten Wochen von der Zeppelin Niederlassung Osnabrück einem Power Train Rebuild unterzogen, wobei der Kraftstrang der Baumaschine von der Zeppelin-Niederlassung Osnabrück eine zertifizierte Überholung erhält. 2024 wird ein Cat-Muldenkipper 775G das gleiche Prozedere durchlaufen. So lässt sich durch die Instandsetzung noch mehr aus den Geräten herausholen und sich die Einsatzdauer verdoppeln. Wenn man so will, ist auch das eine Form von Recycling, die eine nachhaltige Alternative darstellt, weil sie Ressourcen schont. Eine andere Form ist, Gebrauchtmaschinen eine neue Aufgabe zu geben, wenn sie in Stand-by-Position gehalten werden oder eben nicht mehr als Schlüsselgerät im Dauerbetrieb unter Volllast arbeiten müssen.

Nachhaltiger Umgang

"Auch wenn Nachhaltigkeit heute mehr denn je angesagt ist, war sie schon immer unsere tragende Säule. Denn unser Firmengründer Günter Papenburg achtete darauf, Baustoffe möglichst wiederzuverwenden. Heute impliziert es, Ressourcen zu sparen und Deponiekapazitäten zu schonen. Überall in Deutschland wird es schwieriger, Genehmigungen für den Rohstoffabbau zu erhalten oder auch nur zu verlängern. Ressourcen werden weniger. Umso wichtiger ist ein nachhaltiger Umgang damit", erläutert Kleinert. Und das gilt eben auch für Baumaschinen oder deren einzelne Komponenten. Wer sie professionell instand setzen lässt und somit auch älteren Geräten eine Chance für ein weiteres Maschinenleben gibt, verbraucht weniger Rohstoffe sowie Energie und erzeugt weniger Emissionen.

"Die nachhaltige Investition in den Bagger sowie die geplanten Überholungen für den Piesberg zeigen das große Interesse, die Rohstoffgewinnung dort weiterzuentwickeln", sagt Roland Walpuski, Leitung GP Papenburg Rohstoffe Nord-West. Die Firmengruppe, die den Standort von Cemex Kies & Splitt 2019 übernommen hat, führt nun die Gewinnung von Karbonquarzit in dem Steinbruch fort, der als größter Hartsteinbruch Norddeutschlands gilt. Dabei wird seitdem die Abbaumenge des hochwertigen Karbonquarzits bewusst reduziert – die Gewinnung soll bedarfsorientiert und nicht nach Masse erfolgen, sodass Ressourcen lange reichen. Auch dem Abraum widmet sich die Firmengruppe bewusst und untersucht, wie sich dieser weiterverwerten lässt.

Der Abbau stellt besondere Herausforderungen an die Technik aufgrund der Härte des Materials, die nicht ohne Folgen für den Maschineneinsatz bleibt. Vor etwa 70 Millionen Jahren hat ein unterirdischer Vulkan am Piesberg die darüber gelagerten Sandsteinmengen erhitzt und komprimiert. Dadurch entstand ein Gestein mit besonderer Härte und einer hohen Rauheit – Eigenschaften, die insbesondere im Straßenbau erwünscht sind, weil diese für Griffigkeit sorgen. Für die eingesetzten Baumaschinen, wie den Cat 395, bedeutet dies, dass sie besonders großem Verschleiß ausgesetzt sind. Der Stahl wird stark beansprucht. Regelmäßig wird der Löffel aufbereitet. Zahnspitzen am Löffel halten gerade einmal ein paar Wochen. "Wir unternehmen viel, um das vorhandene Equipment langfristig einsatzfähig zu halten und somit Maschinenausfällen vorzubeugen, damit die Geräte einen Mehrwert in der Rohstoffproduktion bringen", erklärt Walpuski. Um die Instandhaltung der Cat-Baumaschinentechnik kümmert sich Servicetechniker Ralf Weber von der Zeppelin-Niederlassung Osnabrück. Er ist die ganze Woche über vor Ort, um die Maschinenflotte zu betreuen und in Schuss zu halten. "Mit unserem Service können wir zeigen, was wir alles leisten und wie wir Kunden wie die Firmengruppe GP Papenburg im Tagesgeschäft unterstützen können, um letztlich auch nachhaltige Ziele zu erreichen", sagt Oliver Worch, Zeppelin-Vertriebsdirektor Nord. Der Schlüssel steckt jedoch in der Zusammenarbeit. "Es sind die Menschen, die diese im Tagesgeschäft leben und ausmachen", ergänzt Olaf Kieserling, der die Zeppelin-Niederlassung Osnabrück leitet. Der Standort punkte aufgrund der kurzen Wege zum Piesberg, wenn es um die Betreuung der Cat-Baumaschinentechnik seitens Service durch das Team rund um Serviceleiter Mario Brüggemann geht.

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