Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Grünen Klimaschutz-Vernachlässigung beim Bau vorgeworfen

Düsseldorf (dpa). - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND NRW) hat den Grünen in der nordrhein-westfälischen Landesregierung vorgeworfen, den Klimaschutz bei Bauvorhaben zu vernachlässigen. „Ich bin schon enttäuscht, dass das Thema Bauwende von den Grünen insgesamt so wenig aufgegriffen wird”, sagte der Bauexperte des BUND NRW, Helmut Röscheisen, in Düsseldorf.

Der Stellenwert für die Energiewende und die Verkehrswende sei dagegen bei den Grünen weitaus größer.

Dabei spiele der Gebäudesektor spiele eine „überragende Rolle” bei der Transformation in eine klimaneutrale Wirtschaft, betonte Röscheisen. In der Fachwelt werde das schon lange diskutiert. Der Gebäudesektor sei Studien zufolge für 30 Prozent des globalen CO2-Ausstosses verantwortlich. Für den Klimaschutz müssten auch die sogenannten „grauen Emissionen”, die bei der Herstellung der Baustoffe wie Beton und Stahl sowie deren Transport und Lagerung entstünden, zwingend berücksichtigt werden.

Die BUND-Experten sprachen sich für eine vorrangige Sanierung von Gebäuden anstatt Neubauten aus. Denn bei einer Sanierung fielen gegenüber einem Neubau deutlich weniger Emissionen und weniger Material an.

Als Beispiel nannte der BUND das Justizzentrum Köln, das mit rund 1800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das größte Justizgebäude in Nordrhein-Westfalen sei. Obwohl in Voruntersuchungen die Sanierungsfähigkeit des erst 1981 errichteten 23-stöckigen Hochhauses bestätigt worden sei, laufe es auf einen Abriss und Neubau des Gebäudes hinaus. Der BUND forderte das Land auf, für eine Sanierung des Gebäudes zu sorgen. Der Realisierungswettbewerb für Abriss und Neubau des Justizzentrums müsse gestoppt werden.

Eine Kostenexplosion im Fall einer Sanierung wie etwa bei der Kölner Oper befürchten die BUND-Experten beim Justizzentrum Köln nicht. Denn das Baumaterial und die statischen Anforderungen seien bei dem aus den 80er Jahren stammenden Justizgebäude besser und höher gewesen als beim Opernbau aus den 50er Jahren, bei dem extrem gespart werden musste, sagte der Architekt Thomas Scheidler. Das Justizzentrum habe dagegen eine „solide Grundsubstanz”.

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